Motivationsschreiben
Liebes MySports-Team
Ich möchte Sportjournalist werden. Nicht irgendwann, sondern jetzt. Und wenn ich mir aussuchen dürfte, worüber ich berichte, wäre es Eishockey.
Seit meinem Ausbildungsjahr bei TELE TOP weiss ich, dass mir dieser Beruf liegt. Inzwischen habe ich über 200 Beiträge produziert: von der ersten Recherche über die Interviewanfrage und den Dreh bis zum Schnitt und zur Vertonung. Oft allein, oft unter Zeitdruck und längst nicht immer zu Themen, für die ich morgens freiwillig aufgestanden wäre. Genau das hat mir gezeigt, dass ich Journalismus nicht nur dann gerne mache, wenn mich ein Thema persönlich interessiert. Ich will gute Geschichten machen.
Fünf dieser Beiträge sind Eishockey: Andrea Brändli auf dem Weg in die PWHL, der Transfer von Reto Berra, die Verletzungsliste in Kloten, Oula Palve, Dario Sidler. Das ist kein Lebenswerk, das weiss ich. Es ist der Anfang, und es ist genau der Teil meiner Arbeit, bei dem ich am liebsten weitermache.
Mich interessiert im Sport nicht nur das Ergebnis, sondern vor allem der Mensch dahinter. Die Physiotherapeutin, der Materialwart, der Nachwuchsspieler oder derjenige, der seit Jahren etwas für seinen Verein macht, ohne dass sein Name auf der Anzeigetafel steht. Dazu beschäftige ich mich gerne mit Zahlen und Statistiken: Head-to-Head-Bilanzen, Powerplay-Effizienz, Resultate von vor zwölf Jahren. Nicht um sie vorzulesen, sondern weil daraus die Fragen entstehen, die sonst niemand stellt.
Ich bringe einiges an journalistischem Handwerk mit: Recherche, Interviewführung, Storytelling, Schnitt und die Fähigkeit, einen Beitrag von A bis Z selbst zu produzieren. Gleichzeitig gibt es Bereiche, in denen mir Erfahrung fehlt. Live-Berichterstattung habe ich bisher nicht gemacht. Moderation und Kommentar sind ein Ziel und keine Berufserfahrung. Auch bei Kamera und Stand-ups möchte ich mich weiterentwickeln.
Genau deshalb bewerbe ich mich bei euch. Ich möchte von erfahrenen Journalistinnen und Journalisten lernen, grössere Produktionen kennenlernen, live arbeiten und Geschichten erzählen, die über das Resultat hinausgehen. Ich bin bereit, Verantwortung zu übernehmen, Kritik anzunehmen und an meinen Schwächen zu arbeiten.
Den Lehrgang Videojournalismus am MAZ habe ich berufsbegleitend mit der Note 5,4 abgeschlossen. Noch wichtiger als die Note ist für mich, was ich seither gelernt habe: Ein guter Beitrag beginnt lange vor dem ersten Schnitt. Und wenn etwas nicht stimmt, muss man dazu stehen und daraus lernen. Das habe ich selbst erlebt: Bei einer Recherche habe ich einmal eine Information übernommen, ohne sie ausreichend zu überprüfen. Seither weiss ich, dass Geschwindigkeit niemals wichtiger sein darf als Sorgfalt.
Ich bin noch nicht der fertige Sportjournalist. Das wäre nach meiner bisherigen Laufbahn auch unglaubwürdig. Aber ich bringe Neugier, Tempo, Eigeninitiative und Freude am Geschichtenmachen mit, kann selbstständig arbeiten und möchte jeden Beitrag ein Stück besser machen als den vorherigen.
Ich würde mich sehr freuen, euch persönlich zu zeigen, was ich mitbringe, und gleichzeitig zu lernen, was es braucht, um guten Eishockey-Journalismus zu machen.
Freundliche Grüsse
Romeo Marchesi